Schottlandfahrt 2026

Auch heuer waren wir mit einer kleinen Gruppe in Schottland. Hier ist das „Tagebuch“ der Reise:

Mo., 20.04.: smooth crossing with short delay

13 Schüler (8 Jungen und 5 Mädchen) aus 3 verschiedenen 8. Klassen treffen sich um 12:30 am Bahnhof Plattling mit ihren Begleitlehrkräften Georg Obermeier und Eva Barton, um sich auf den Weg zum Flughafen München zu machen. Mit dem Bayern-Ticket geht es zunächst per Zug nach Freising und dann per Bus zum Terminal für easyJet-Abflüge. Die Nervosität steigt von Minute zu Minute, vor allem bei denjenigen Schülern, die zuvor noch nie eine Flugreise unternommen hatten.

Nach dem Einchecken bleibt noch genügend Zeit, um den ein oder anderen Einkauf zu tätigen oder einen Snack einzunehmen.

Mit gut einer halben Stunde Verspätung hebt der Flieger Richtung Großbritannien ab und gut 2 Stunden später erfolgt nach einem reibungslosen Flug eine glatte Landung in der schottischen Hauptstadt Edinburgh. Sofort werden die Uhren um 1 Stunde zurückgestellt. Auf uns wartet bereits Rob Duff (Hauptorganisator vor Ort), um uns mit dem Minibus in einer gut einstündigen Fahrt nach Selkirk zu chauffieren. Angekommen in den „Scottish Borders“ um ca. 21 Uhr bei untypisch warmem Wetter, werden die Zimmer im örtlichen „Glen Hotel“ bezogen.

 

Di., 21.04.: first school day, tartan factory and ‘woodcraft’ at Haining

Nach einem kontinentalen Frühstück wird es ernst:

Um 9:00 treffen wir an der „Selkirk High School“ ein, wo uns der Schulleiter, Mr Bryson, Organisatorin und Fremdsprachenlehrerin Mhairi Mitchell und ihre schottischen Partnerschüler herzlich empfangen. Im Schulhaus und in jeweiligen Stunden erfahren unsere Kids erste Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu unserem Gebäude und hinsichtlich Ausstattung und Unterrrichtsablauf. Oh: „Die Handynutzung wird von Lehrern überhaupt nicht beachtet“!

Nach Schulschluss am Nachmittag unternehmen wir eine Besichtigung der Lochcarron Tartan-Fabrik, in der schon Taylor Swift und der englische König mit Gattin eingekauft haben. Eine Tour durch die Eildon Hills mit Wallace Monument und Scott’s View schließt sich an.

Am Abend sind wir zur „woodcraft“ beim Haining, einem völlig neu hergerichteten Herrenhaus in idyllischer Lage an einem See, das Stück für Stück von Freiwilligen restauriert worden ist, um Platz für verschiedenste Veranstaltungen zu liefern, eingeladen. Dort dürfen wir der Arbeit zweier Holzschnitzer beiwohnen, die aus „Rohlingen“ Löffel, Schüssel oder Schuhe fertigen. Einige unserer Schüler und natürlich Werklehrerin Frau Barton dürfen sich selbst in diesem Handwerk üben. Abschließend werden Marshmallows über dem Lagerfeuer angebraten.

 

Mi., 22.04: second day at school and Conservative Club

Der nächste komplette Tag an der High School beginnt mit Hauswirtschaftsunterricht. Die Schüler dürfen sogenannte Scones in 2 verschiedenen Varianten backen und sogar Haggis auf Plätzchen probieren. Dann werden sie im Scottish country dancing eingewiesen, das dabei hilft, das anfängliche Eis zwischen den Jugendlichen beider Nationen endgültig zu brechen.

Am Abend sind wir in der Partnerstadt Plattlings in den ‚Conservative Club‘ eingeladen, wo wir inklusive eines reichhaltigen, wohl schmeckenden Buffets Aufführungen einer örtlichen Jugendtanzgruppe beiwohnen dürfen. Ohne jegliche Hemmungen schließen sich unsere Schüler an und kommen sofort ins Gespräch mit den Einheimischen.

Nachmittags gibt es einen Wettbewerb zwischen verschiedenen gemischten Gruppen über schotttisches Allgemeinwissen, durchgeführt vom Konrektor der Schule. Nachdem erste Mail-Adressen ausgetauscht oder Insta-Kontakte geknüpft worden sind wohnen wir abschließend einem traditionellen Ritual bei, als die Abschlussschüler in Begleitung von Dudelsackmusik aus dem Schulgelände gespielt werden.

 

Do., 23.04.: Edinburgh and ‘longbow archery’

Erste Station in der schottischen Hauptstadt ist die „Camera Obscura“, ein sogenanntes Haus der Illusionen. Dann folgt ein absolutes Muss, der Besuch von Edinburgh Castle: Das Wahrzeichen thront auf dem schroffen Castle Rock wie eine Trutzbehausung. Es ist ohne Zweifel das dominanteste und bei weitem meistbesuchte Bauwerk Schottlands. Direkt vor dem Komplex, auf der so genannten Esplanade, findet seit 1950 jährlich im August das größte Musikfestival Schottlands, das Military Tattoo, statt. Audio-Guides weisen uns über diverse Stationen den Weg durch den weitläufigen Bereich. Das Abfeuern der „one o’clock gun“, bekannt aus dem Englischbuch, pünktlich um 13:00, darf natürlich nicht fehlen.

Danach bleibt einige Zeit, um die Stadt mit ihrem besonderen Flair in Gruppen auf eigene Faust zu erkunden.

Am späten Nachmittag nehmen wir an einem weiteren Höhepunkt der Studienfahrt teil. Erneut eingeladen von den „Ettrick Forest Archers“, üben wir uns im Langbogenschießen.  Wir fühlen uns alle ins Mittelalter zurückversetzt und kämpfen mit den Tücken des Geräts. Gar nicht so einfach, doch nach etlichen Übungsversuchen gelingt es den meisten von uns die Scheiben ganz passabel zu treffen. Ein abschließender Wettbewerb rundet einen gelungenen Besuch bei netten Gastgebern ab.

 

Fr., 24.04.: Edinburgh, appointment day, fish & chips und quiz night

Die zweite Etappe in Edinburgh beginnt mit einer Zeitreise durch „Our Dynamic Earth“, einem interaktiven Szenarium über die Entwicklungsgeschichte der Erde. In zum Teil multidimensionalen Vorführungen lernen unsere Schüler einiges über die Zusammensetzung unseres Planeten und wie sie ihn am besten schützen können.

Der Nachmittag bietet ein weiteres Highlight, indem die ehemals königliche Jacht Britannia besichtigt wird, die im Hafen der schottischen Hauptstadt ehrwürdig vor Anker liegt. Obwohl das frühere Prachtschiff mancherorts schon etwas Patina angesetzt hat, strahlt es immer noch historischen Charme und adeliges Ambiente aus. Es ist Sinnbild für die vielen Reisen, die das verstorbene britische Herrscherpaar im Laufe einer langen Regierungszeit unternommen hat, bis es schließlich zum Museum umfunktioniert wurde.

Am frühen Abend wohnen wir zunächst der Ernennung des ‚standard bearers‘ mit Marsch durch den Ort bei, um danach die traditionellen fish & chips zu genießen. Ein „Duffer“ Schottland-Quiz rundet einen langen Tag schließlich ab.

 

Sa., 25.04.: saying goodbye and flight home

Nach einer rührenden Verabschiedung von lieb gewonnenen Freunden und dem Hotelbesitzer Steve Howland fahren uns Rob Duff und John Nichol, denen für ihr außerordentliches Engagement wieder sehr großer Dank gebührt, zum Flughafen.

Gegen 16:00 erreichen wir nach einem ruhigen Rückflug per Bus und Bahn unsere Isarstadt im Herzen Niederbayerns. Die Fahrt wird ein unvergessenes und unvergleichliches Erlebnis und für immer in unserem Gedächtnis haften bleiben.

Josefiina Laitinen: „Die Fahrt war wirklich prima, die Landschaft wunderschön, die Menschen dort sehr freundlich und die Ausflüge waren lehrreich und haben viel Spaß gemacht.“

Resümierend darf festgestellt werden, dass die Studienfahrt nach Selkirk in vielerlei Hinsicht ein großer Gewinn ist. Unsere Schüler erweitern ihren englischen Wortschatz, dürfen vor Ort in die Fremdsprache eintauchen, können soziokulturelle Unterschiede erfahren und reflektieren und landeskundliche Aspekte kennen lernen. Am allerwichtigsten sind und bleiben jedoch die Authentizität, die durch ein solches Projekt erreicht wird, und der Kontakt und die Freundschaft mit Gleichaltrigen aus dem angelsächsischen Land.

Außerdem leistet sie einen Beitrag zum Zusammenwachsen von Europa und intensiviert die enge Städtepartnerschaft zwischen Selkirk und Plattling. Leider findet seit etlichen Jahren kein Gegenbesuch mehr statt.

Laura Bieber: „Schade, dass unsere Partnerschüler nicht zu uns kommen können!“

Ein herzlicher Dank von Schulleiterin Waltraud Eder gilt der Stadt Plattling um Bürgermeister Hans Schmalhofer und dem Stadtrat für die großzügige Bereitstellung von Mitteln sowie dem STEPS-Vorsitzenden und Mitinitiator gegenseitiger Besuche, Peter Lochmahr, der im Namen seines Vereins an der Finanzierung der Fahrt stark beteiligt war und erneut seine Kontakte zur Partnerstadt Selkirk in die Waagschale geworfen hat; ebenso und nicht zuletzt dem Twinning Committee Selkirk mit seinen unermüdlichen Mitgliedern!

Thanks to everyone involved, especially for the perfect organization of Mr Rob Duff and Mr John Nichol, our Scottish friends, every year!

 

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Text: G. Obermeier   Bilder: E. Barton