Die SMV der Conrad-Graf-Presying-Realschule Plattling erarbeitete in einem zweitägigen Seminar das Konzept für das Schuljahr 2018/19.

SMV – das steht für Schülermitverantwortung. Hinter diesem sperrigen Wort verbirgt sich jedoch eine anspruchsvolle Aufgabe. Geht es doch um nichts weniger als die verantwortungsbewusste und demokratische Gestaltung des Schulalltags unter aktiver Beteilung der Schüler. Um dieses Prinzip an der Schule zu stärken und zu fördern, organisierten die Verbindungslehrer StRin (RS) Susanne Wimmer und StR (RS) Markus Prölß erneut ein zweitägiges SMV-Seminar in St. Englmar. Fern des Schulalltags erwartete die 40 gewählten Klassensprecher der jeweiligen Klassen ein straffes Programm. Ein Höhepunkt war dabei natürlich auch die Wahl der neuen Schülersprecher.

Zunächst stand allerdings das gegenseitige Kennenlernen auf dem Programm. Vor allem die neuen Klassensprecher der 5. Jahrgangsstufe sollten vertraut werden mit Namen und Aufgaben an der neuen Schule. Gestärkt wurde die Gemeinschaft immer wieder durch teambildende Maßnahmen und Aktionen. Und ganz nebenbei dienten die auflockernden Spiele dazu, die arbeitsintensiven Theorieeinheiten mit Bewegung und Spaß anzureichern. Denn gearbeitet wurde nicht wenig.

So ging es in einem ersten Block um die Aufgaben des Klassensprechers und um die Organisationsstruktur der SMV überhaupt. Hierbei wurde den Schülern bewusst, dass ihre eigene Meinung im Bildungssystem auf jeder Ebene sehr wohl gehört wird, man muss sich nur aktiv einbringen. Nach einer kurzen Reflexion des vorangegangenen Jahres stellte man fest, dass einige geplante Maßnahmen mit Erfolg umgesetzt wurden. So konnte z. B. das Systems des Sammeldrachens etabliert werden. Hierbei werden u. a. Druckerkartuschen gesammelt, einer Recyclingfirma zugeführt und in Sachprämien umgetauscht. Neben vielen erfolgreichen umgesetzten Projekten, sah man aber auch noch Defizite, die nun verstärkt in diesem Jahr angegangen werden sollen.

In Kleingruppen und später in arbeitsteiligen Gruppen, die dem jeweilig eigenen Interesse entgegenkamen, wurden Konzepte erarbeitet, wie man die eigenen Wünsche und Ideen in der Praxis realistisch umsetzten kann. Dabei kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus: Die SMV soll im Schulleben aktiver verankert werden und im Bewusstsein der Schüler eine größere Rolle spielen als bisher. Weiterhin verschreibt sich die SMV dem Gedanken einer nachhaltigen Schule. Dem neuen Leitbild der Conrad-Graf-Preysing-Realschule folgend, stellt eine große Säule unserer Zukunft der nachhaltige und ressourcenschonende Lebensstil dar. Dass die Schule in diesem Jahr bereits zum dritten Mal als Umweltschule ausgezeichnet wird, ist auch ein Verdienst der SMV. So ist diese Auszeichnung nicht nur Beweis für Schüler bereits etwas erreicht zu haben, sondern gleichzeitig auch Ansporn, weiter in dieser Richtung fortzuwirken. Begeistert zeigte sich auch die mitgereiste Umweltbeauftrage der Schule, StRin (RS) Anita Goller, die das Team der Verbindungslehrer und Schüler mit Enthusiasmus unterstütze. Nach einem arbeitsintensiven Nachmittag und Abend kristallisierten sich konkrete Punkte heraus: Die SMV soll durch ein Erklärvideo den Mitschüler nähergebracht werden; die SMV bringt sich in der Neuausschreibung des Pausenverkaufs mit Wünschen und Vorschlägen mit ein; die im letzten Schuljahr angelegte Bienenweide soll erweitert und fortgeführt werden. Neben diesen großen Projekten fanden sich allerdings noch weitere kleine Punkte, an denen gearbeitet werden soll: Neugestaltung der Hausordnung, Gestaltung von Schulfesten und Schulveranstaltungen, Neugestaltung des SMV-Raums, Beibehaltung der bewegten Pause, Schließfächer an der Schule…

Gut, dass die SMV neben den Klassensprechern auch auf weitere bewährte Kräfte der Schülerschaft zurückgreifen kann. Dennoch soll auch hier unter den Mitschülern um weitere Kräfte geworben werden, um das Schuleben attraktiver und gemeinschaftlicher zu gestalten.

Natürlich brauchte man nach solch arbeitsintensiven und theoretischen Gedanken etwas frische Luft für den Kopf. Bei einer Wanderung rund um den Pröller wurden aber nicht nur diese Themen weiterdiskutiert. Auch hier ergab sich Zeit zum Kennenlernen und zum gegenseitigen Austausch. Die Abende standen zur freien Verfügung, doch recht schnell bildete sich auch hier eine große Gruppe, die zum gemeinsamen Spiel, Ratsch und Tratsch im Gemeinschaftsraum zusammenkam.

Ernst wurde es am Mittwoch. Herr RSD Karl-Heinz Mathy, Schulleiter der Conrad-Graf-Preysing-Realschule, kam bereits in der Früh nach St. Englmar, um sich über den Arbeitsfortschritt zu informieren. Nachdem die einzelnen Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse präsentiert hatten, zeigte sich Herr Mathy begeistert und sagte seine Unterstützung aller Vorhaben zu. Gleichzeitig fand er dankende und motivierende Worte und betonte, dass ein harmonisches Schulleben, wie es an der Conrad-Graf-Preysing-Realschule gelebt werde, nicht selbstverständlich sei. Dazu trage auch eine gut funktionierende SMV bei.

Krönung der Tagung war sicherlich auch die Wahl der neuen Schülersprecher. In einer spannenden Abstimmung, ganz im Geiste der Demokratie, setzten sich zwei Schülersprecher und eine Nachwuchsschülersprecherin unter den Kandidaten durch. So werden die Schüler im laufenden Schuljahr von Tobias Gilch, 10 a, und Irina Babaev, 10 b, vertreten. Als Nachwuchsschülersprecherin wurde Magdalena Weiß, 8 a, gewählt. Allen Kandidaten, die sich der Wahl stellten, sei an dieser Stelle noch einmal recht herzlich gedankt. Die drei Schülersprecher stehen jetzt vor der verantwortungsvollen Aufgabe, die Beschlüsse und Vorhaben des Seminars umzusetzen.

Das Fazit der Schüler: Ein arbeitsintensives Seminar, dennoch zwei Tage voll Spaß und Spannung, leckerem Essen und einem guten Gefühl etwas bewirken zu können. Gedankt werden soll an dieser Stelle zudem dem Elternbeirat, der die Fahrt wieder großzügig unterstützte.

 

Text und Bilder: Markus Prölß