Zwölfmal eine 1 vor dem Komma

Zum Schuljahresende 2026 wurden 78 Absolventinnen und Absolventen feierlich verabschiedet.

Der Bürgersaal war gut gefüllt und bot einmal mehr einen sehr feierlichen Rahmen für die kurzweilige Zeugnisfeier der Realschule. Nach der launigen Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Ralph Fischer richteten zunächst die Vertreter der Politik das Wort an die Gäste.

KI verleiht der Politik Rhythmus

Bürgermeister Hans Schmalhofer betonte den Wert eines guten Abschlusses und fügte augenzwinkert hinzu, dass ihm selbst das Reifezeugnis der Realschule immerhin auch geholfen habe, „dass was aus mir geworden ist“.

Auch der stellvertretende Landrat, Roman Fischer, ist stolz darauf, ein ehemaliger Plattlinger Realschüler zu sein. Er überbrachte die Grüße des Landrats und betonte, dass der Sachaufwandsträger den Erhalt der Schule aus Steuermitteln bestreite. Somit sei es seine Pflicht, auch nach dem Rechten zu sehen. Dass er dabei durchaus mit der Zeit geht, wurde im Anschluss klar. Fischer intonierte unter dem Beifall der Zuhörer den Text eines KI-generierten Musikstücks.

Die Vertreterinnen des Elternbeirats, Astrid Zeitinger, und des Fördervereins, Melanie Penzkofer, bestärkten die Absolventinnen und Absolventen, mutig zu sein und ihre Träume zu verwirklichen.

Livemusik der Extraklasse

Die musikalische Umrahmung im ersten Teil der Feier war ein echtes Highlight. Nele Dundr und Nija Kary eröffneten den Vormittag mit einer dynamischen Version von Clean Bandits „Rather be“. Die bereits aus der Schulband bekannte Sophie Dost begeisterte mit einer atemberaubenden Version des Soul-Hits „So easy to fall in love“ von Olivia Dean und zeigte beeindruckend, dass sie die leisen und gefühlvollen Töne meisterlich beherrscht.

Gänsehaut gab es auch beim perfekt aufeinander eingestimmten Duo Karla Gottstajn (Gesang) und Viktor Martinow am Piano. Sie brachten das sehr anspruchsvolle „Shape of my heart“ von Sting zu Gehör und ernteten damit verdient großen Applaus.

Rückblick mit etwas Wehmut

Im zweiten Teil der Veranstaltung wandten sich die scheidenden Schülersprecher Ignatz Böttcher und Annalena Voit an die Zuhörer. Sie warfen einen teils wehmütigen, teils sehr fröhlichen Blick zurück auf ihre Schulzeit. Sie berichteten von nachhaltig schönen Erlebnissen wie einer Englischstunde mit den Straubing Tigers oder den ereignisreichen Abschlussfahrten. Aber auch die Schattenseiten und Herausforderungen hätten sie geprägt und stärker gemacht, so die beiden Schülersprecher. Gerade aus schwierigen Situationen wie einer Zusammenlegung von Klassen sei man gestärkt hervorgegangen. „Gemeinsam mit unseren Freunden, unseren Eltern und der Unterstützung der Schule haben wir etwas Gutes daraus gemacht“, waren sie sich einig.

Mit persönlichen Worten und kleinen Präsenten bedankten die Klassensprecher sich im Anschluss bei Ihren Lehrern. Ein besonders großes DANKE erhielt die beliebte Deutsch- und Musiklehrerin Heidi Müller, die nach diesem Schuljahr und 29 Dienstjahren in Plattling in den Ruhestand geht. Der ganze Saal erhob sich für Frau Müller und zollte der sichtlich gerührten Lehrerin den verdienten Respekt.

Jeder Mensch will gesehen werden

Ein persönliches Bedürfnis brachte Schulleiterin Waltraud Eder auf den Punkt. Sie wolle eine Schule, in der man im Miteinander einen Lebens- und Lernraum gestaltet, in dem sich alle verwirklichen können, ohne die Grenzen Anderer zu überschreiten. Sie berichtete von einem Urlaubserlebnis, das ihr vor Augen geführt hatte, dass jeder Mensch „gesehen werden will“. Das versuche sie in ihrer täglichen Arbeit immer zu beherzigen.

Ein sehr guter Jahrgang

Im Anschluss stand der Höhepunkt der Feier an. Die feierliche Übergabe der Abschlusszeugnisse. Dazu wurden Kinderfotos der Absolventinnen und Absolventen eingeblendet und ein persönlich gewähltes Lieblings-Musikstück angespielt.

Besonders freute Schulleiterin Waltraud Eder sich darüber, dass gleich 12 Schülerinnen und Schüler ihren Abschluss mit einer 1 vor dem Komma machten, das sind immerhin rund 15 Prozent. Ein fleißiger und überaus guter Jahrgang sei es gewesen, so die Pädagogin. Aus der Reihe der sehr guten Zeugnisse stach dann doch einer heraus. Ulrich Ketterl gelang das Kunststück, einen lupenreinen 1,0 – Abschluss zu schaffen. „Sogar in Sport“, wie Schulleiterin Eder schmunzelnd anfügte.

Nach der Ehrung der Besten klang der Vormittag bei einem Stehempfang mit Häppchen und Sekt aus. Hier war wie immer Verlass auf Elternbeirat und Förderverein. Die Catering-AG von Theresa Wagner hatte bei der Vorbereitung geholfen und übernahm auch den Service. Vielen Dank dafür!

 

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Text und Bilder: S. Bosl