Gegen Rechtspopulismus, für Demokratie

Das Ue-Theater Regensburg überzeugte unsere älteren Schülerinnen und Schüler mit dem Stück „Ich bin kein Nazi, aber…“.

Zu Beginn sorgt eine schlimme Nachricht für Verwirrung. Frau Bartek bittet um etwas Geduld. Es gab angeblich einen Angriff auf einen der Schauspieler, dieser liege mit einer Stichwunde im Krankenhaus. Der Beginn der Vorstellung verzögere sich…

Daraufhin nimmt Schauspielerin Jessy den Faden auf und spekuliert über die Hintergründe der Tat. Es sei sicher „wieder ein Ausländer gewesen“. Ihr Kollege Matthias übernimmt den Part des Vernünftigen und hält mit Argumenten gegen die plumpen Vorurteile der weiblichen Figur im Stück.

Obwohl das Stück nur minimalistisch ausgestattet ist und die Schauspieler fast völlig ohne Requisiten auskommen, gelingt es ihnen, die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 zu fesseln. Immer wieder werden die Zuschauer einbezogen und können abstimmen, welche Positionen der Schauspieler sie selbst nachvollziehen können. Dadurch wird das Publikum nicht nur „berieselt“, sondern aktiv zum Mitdenken angeregt.

Um ihre antidemokratische Einstellung zu verschleiern, greifen Rechtspopulisten gerne zu Floskeln wie „Das wird man doch noch sagen dürfen!“ oder „Ich bin kein Nazi, aber…“. Wie verheerend sich Hetze und Verleumdungen auswirken, zeigen der Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke und der Terroranschlag auf die Synagoge in Halle, wo es nur durch großes Glück nicht zu noch mehr Todesopfern kam.

Oft ist Jugendlichen und leider auch Erwachsenen nicht bewusst, dass sie rechten Rattenfängern auf dem Leim gehen, wenn sie deren vermeintliche einfache „Wahrheiten“ nachplappern. Das ethische Koordinatensystem gerät durcheinander und verroht. Sich jemanden tot zu wünschen und dies öffentlich in sozialen Medien zu posten oder zu liken, gilt als „Meinungsäußerung“, obwohl es eine schwere Straftat ist.

Das Stück „Ich bin kein Nazi, aber …“ geht auf die gängigen „Scheinargumente“ von Rechtspopulisten ein, entlarvt ihren menschenfeindlichen Kern und stellt nachprüfbare Fakten und demokratische Prinzipien dagegen.

Besonders beeindruckend: Als Freiwillige standen Schülerinnen und Schüler auf der Bühne für demokratische Werte, Toleranz und Akzeptanz Andersdenkender ein. WOW! Auch in der anschließenden Diskussionsrunde zeigten unsere Schülerinnen und Schüler erstaunliche Reife und Empathie. Mit solchen jungen Leuten dürfen wir positiv in die Zukunft blicken.

Ein großes Dankeschön geht an den Kinderschutzbund Deggendorf, der die Aufführung an unserer Schule in Zusammenarbeit mit der Schulberatung ermöglicht hat.

 

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Text und Bilder: S. Bosl