Die Neunten genossen den English Speaking Day
Das war eine Englischstunde nach dem Geschmack unserer Neuntklässler: Beim ESD konnten sie ratschen, lachen und interessante Menschen treffen.
Eine Stunde lang hieß es für jede Klasse „in English, please“. Niemand musste die Schülerinnen und Schüler aber diesmal extra daran erinnern, denn ihre Gesprächspartner verstanden kein Deutsch.

Die internationalen Gäste aus Brasilien, Kasachstan, Dubai, Taiwan, Indien und Korea studieren momentan an der Hochschule Deggendorf. Für sie war der ESD eine willkommene Gelegenheit, die Mentalität der Deutschen besser kennen zu lernen und einen Einblick in unser Schulsystem zu erhalten.

Für beide Seiten war es eine gewinnbringende Veranstaltung, die viel zu schnell vorbei war.
Mehr Fotos vom International English Speaking Day finden Sie in der Galerie.
Und wer gerne liest,
für den gibt es hier die Langfassung:
„Englisch verbindet Menschen auf der ganzen Welt!“
Plattlinger Realschüler sind begeistert von internationalem Sprachprojekt
Was haben Theresa aus Otzing, Freeda aus Dubai, Timur aus Kasachstan, Juha aus Südkorea und Leon aus Aholming gemeinsam? Sie sitzen an diesem sonnigen Aprilmorgen in einem Klassenzimmer der Realschule Plattling und plaudern ganz entspannt. Es geht dabei um Hobbys, Musikgeschmack, die Besonderheiten des Schulalltags und die Frage, wie es ist, in einem anderen Land zu leben. Die Besonderheit: Alle unterhalten sich auf Englisch und verstehen sich bestens.

Während Theresa und Leon in Plattling zur Schule gehen, sind Freeda, Timur und Juha Studierende der Hochschule Deggendorf. Sie sind heute zusammen mit 5 Kommilitonen als Teilnehmer des „International English Speaking Day“ nach Plattling gekommen und lernen hier die Menschen ihres Gastlandes besser kennen. „So einen direkten Einblick in eine deutsche Schule würden wir sonst nie bekommen“, sind die 8 Studierenden sich einig.
Der International English Speaking Day findet in Plattling jedes Jahr statt und soll den Neuntklässlern die Gelegenheit geben, sich in einer authentischen Gesprächssituation auf Englisch zu unterhalten. „Die Studenten sind nicht viel älter als wir und haben so viele spannende Dinge zu erzählen“, strahlt Theresa. Und ihre Freundin Eva ergänzt: „Da vergisst man sofort, dass man ja Englisch spricht“. Der Englischlehrer der beiden hat an diesem Tag einen komplett anderen Arbeitsalltag als sonst. Stephan Bosl organisiert den English Speaking Day an der Plattlinger Realschule seit vielen Jahren. Seine Kollegen und er freuen sich, den Schülerinnen und Schülern solch eine Gesprächssituation bieten zu können. „Plötzlich sehen sie, dass ihnen Englisch ganz konkret weiterhilft. Und für viele unserer Schülerinnen und Schüler ist es auch ein Aha-Moment, wenn sie erkennen, wie gut sie eigentlich schon in der Fremdsprache sind und wie selbstverständlich sie sich unterhalten können, wenn sie keinen Notendruck im Hinterkopf haben.“
Auf der anderen Seite der Donau sitzt Nadine Kappl in ihrem Büro im International Office der Hochschule Deggendorf. Sie hat in den vergangenen Wochen interessierte Studierende angesprochen und für die Veranstaltung in Plattling gewonnen. „Die Zusammenarbeit mit der Realschule läuft seit vielen Jahren hervorragend“, freut sie sich. Und sie betont, dass es für viele der Studierenden aus den verschiedensten Ländern der Erde eine sehr willkommene Gelegenheit sei, einen Einblick ins deutsche Schulsystem zu bekommen, der sonst kaum möglich wäre. „Neben den optimalen Studienbedingungen in Deggendorf ist das der Hauptgrund, warum sie einen Teil ihrer Ausbildung in Deutschland absolvieren“, erklärt Kappl.
Eine Sprachbarriere gibt es dabei nicht. Die Studierenden absolvieren ihre Seminare und Vorlesungen in englischer Sprache, sind also „top fit“. Und die Schülerinnen und Schüler aus Plattling? „Oh, ihr Englisch ist wirklich sehr gut“, sind die Studierenden und Englischlehrer Bosl sich einig. „Oft trauen sie sich nur nicht, aber das ist schlagartig anders, wenn die internationalen Gäste da sind und es außerdem keine Noten gibt. Das ist ein sozusagen ein doppelter Motivationsschub“, lacht der Pädagoge. Und er freut sich, dass die Kinder jetzt die Techniken anwenden, die sie im Englischunterricht gelernt haben. „Wenn ich ein Wort nicht weiß, dann umschreibe ich es und drücke mich mit Worten aus, die ich kenne. Was wir erreichen wollen, ist Kommunikationskompetenz.“
Dass das gut funktioniert, wurde auch bei diesjährigen International English Speaking Day deutlich. Alle Beteiligten freuen sich schon auf eine Neuauflage 2027.
























