Unser Namenspatron


Einer der größten Wohltäter Plattlings war
Johann Conrad Graf von Preysing - Lichtenegg - Moos
der am 16. März 1843 auf Schloss Zeil in Baden-Württemberg geboren wurde. Er besuchte das Gymnasium in Mainz, studierte danach an den Universitäten Bonn und München. Auslandsreisen führten ihn anschließend nach Italien, in den Orient und nach Ägypten. Im Jahre 1881 übernahm Graf Conrad die bis dahin verpachtete Ökonomie und Brauerei in Moos; von ihm und seiner Gemahlin Christiane, geborene Gräfin Arco-Zinneberg, erhielt Moos eine Mädchenschule.
Im Jahre 1870 pflegte er von August bis Dezember freiwillig Verwundete, die Opfer des deutsch-französischen Krieges. Für diese freiwillige Krankenpflege bekam er von König Ludwig II. das Verdienstkreuz verliehen. 1871 zog Graf Preysing, damals bereits Reichsrat der Krone Bayerns, als Vertreter des Wahlkreises Straubing in den ersten Reichstag in Berlin ein. Hier konnte er z. B. erfolgreich durchsetzen, dass die Stadt Plattling Eisenbahnknotenpunkt wurde.
Im Jahre 1899 wurde er vom Straubinger und Deggendorfer Wahlkreis mit überwältigender Mehrheit erneut in den Reichstag gewählt, obwohl er nicht kandidiert hatte.
Dieses beeindruckende Wahlergebnis zeigt, wie beliebt Graf Conrad von Preysing in seiner niederbayerischen Heimat damals gewesen sein muss.
Die Bürger Plattlings verehrten in Graf Conrad von Preysing einen hochherzigen Gönner, der immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen und volle Hände für ihre finanziellen Nöte hatte:
Wie bereits erwähnt, konnte er im Reichstag durchsetzen, dass Plattling Eisenbahnknotenpunkt wurde. Nach einem Großbrand, bei dem weite Teile der Stadt vernichtet wurden, half er sowohl finanziell als auch ideell beim Wiederaufbau der Stadt. In diesem Zusammenhang unterstützte er die Sanitätskolonne und die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr mit hohen Geldbeträgen.
Auch die Gründung des Kolpingshauses in Plattling (heutiger Bischofshof) war sein Verdienst.
Besonders am Herzen lag ihm das Wohlergehen der Kinder:
Am 16. Februar 1903 errichtete Graf Conrad von Preysing eine Stiftung zu Gunsten der Stadt Plattling in Höhe von 10.000 Mark. Diese Wohltätigkeitsstiftung war für bedürftige in Plattling wohnende Kinder bestimmt: Pro Jahr wurden ihnen 50 Mark auf ein Sparkonto eingezahlt, über das sie mit Erreichen der Volljährigkeit verfügen konnten.
So ist es nicht verwunderlich, dass in Plattling tiefe Bestürzung herrschte, als die Nachricht vom Tode des beliebten Grafen Conrad von Preysing am 6.6.1903 bekannt wurde. In seinem Nachruf wurde er so charakterisiert: „Wer je das Glück hatte, ihm persönlich näher zu treten, der weiß, mit welcher Schlichtheit er sich gab, wie ihm nicht Name und Stand, sondern nur der Mann und sein Können etwas galt.“
Diese Denkweise und seine Großherzigkeit waren es wohl, die ihn vor allen Dingen so beliebt machten und die die Bürger Plattlings veranlassten, ihn zum Ehrenbürger der Stadt zu ernennen und ihn durch das "Preysing-Denkmal" in Erinnerung zu behalten.
(gekürzte Fassung)
Ida Gerneth



















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