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Studienfahrt Berlin 2007


Berlin_2007 04

Berlinfahrt-Mosaik 2007



Das Reiseziel der Abschlussfahrt der Klasse 10 a des Schuljahres 2006/2007 stand früh fest. Auch wenn manche Mädchen der 10 b viele Jungs der 10 a beinahe so weit gebracht hätten, lieber doch mit ihnen nach Kroatien zu kommen. Bereits in der 9. Klasse sprach sich – im Einstein-Jahr 2005 – eine deutliche Mehrheit der betroffenen Schüler für Berlin aus.

Unserem Schulnamensgeber zu Ehren stellten wir die beabsichtigte Reise unter das Motto „Auf den Spuren Conrad Graf Preysings“. Demzufolge wählten wir als Verkehrsmittel die Bahn um aus der Eisenbahnerstadt Plattling in die Hauptstadt unserer Republik zu gelangen. Überrascht waren daher immer wieder welche, als sie feststellen mussten, dass zwei Klassen der gleichen Schule sich zur gleichen Zeit auf verschiedenen Wegen an den gleichen Ort begeben. Die Klasse 10 c war nämlich mit dem Bus unterwegs. Es erwies sich als durchaus sinnvoll und praktikabel, nur den Bundestag gemeinsam zu besuchen und ansonsten örtlich oder zeitlich getrennte Wege zu gehen.

„Hier Bett, da Knut“

So lautete der Werbespruch auf einem weithin sichtbaren Transparent am A&O-Hostel am Bahnhof Zoo, unserer Unterkunft in Berlin. Wir waren also „hier“, aber nicht „da“. Der Wunsch Weniger, (nicht nur wegen des Eisbärbabys) den Berliner Zoo zu besuchen, ging leider nicht in Erfüllung. Der Wunsch Vieler, das Olympiastadion (möglichst mit Führung) zu besichtigen allerdings auch nicht. Eine Begegnung der „Gruppe Kalb“ – so hießen wir im Bundestag – mit ihrem einladenden Abgeordneten kam ebenfalls nicht zu Stande, da dieser in der sitzungsfreien Woche in den USA weilte. Wir danken trotzdem an dieser Stelle sehr herzlich Herrn Bundestagsabgeordneten Bartholomäus Kalb für seine Unterstützung und werden das ausgefallene Gespräch mit ihm in der Schule nachholen, wenn sich ein Termin vereinbaren lässt.
Wir waren auch nicht im Q-Dorf oder in einer Jazz-Kneipe oder im Zeiss-Großplanetarium oder in einem Filmpalast. . . . Wo waren wir dann?

Wir waren im Musical! In „Tanz der Vampire“. Im Theater des Westens.
Diese drei Stunden an instrumentalen, sängerischen, schauspielerischen und tänzerischen/turnerischen Höchstleistungen waren für uns Zuschauer aus Plattling der Höhepunkt des dreitägigen Aufenthalts in der Bundeshauptstadt. Der höchste Punkt, den wir erstiegen, war die Besucherterrasse in der Kuppel des Berliner Reichstags. Beides am Donnerstag, 19. April 07.

Der tiefste Punkt - was die Stimmung anbelangt – war wohl am Mittwochabend erreicht, als in der „Teachers Lounge“ im 2. Stock unseres Hostels nach ungestörter Diskussion „in Klausur“ ein Besuch des „Q-Dorf“ von den begleitenden Lehrkräften definitiv abgelehnt und der angebotene Ersatz „Rock-Cafe“ von einigen Schülern etwas frustriert verweigert wurde.
Dadurch entdeckten wir jedoch den zweiten Vorteil unserer eher engen Behausung in der Joachimstaler Str. 1 – 3: die Gäste-Bar mit Besucher-Balkon bot preiswerte Getränke, gute Musik und Begegnungsmöglichkeiten mit Schülern und Studenten etwa aus USA, England, Holland oder dem Emsland. Der erste Vorteil unseres Quartiers war/ist zweifellos die zentrale Lage mit unmittelbarem Zugang zu U-Bahn, S-Bahn und Stadtbussen, Supermärkten, Schnellimbissen und Sehenswürdigkeiten: Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche mit weithin sichtbarem „Hohlem Zahn“, Europa-Center mit faszinierender Wasseruhr und lautem, teurem Irish Pub oder KaDeWe mit überwältigendem Angebot.

Das Irish Pub war nicht nur laut und teuer sondern am Dienstagabend auch erste Begegnungsstätte mit den Lehrern und Schülern der Klasse 10 c nach unserem Reinfall in der KulturBrauerei in der Schönhauser Allee mit zwei Mal zwanzig Minuten U-Bahn-Fahren, drei Mal zehn Minuten Fußmarsch und ein Mal fünf Minuten Warten auf die Beruhigung eines uns unbekannten Ausgeflippten auf dem Bahnsteig der U-Bahn-Haltestelle Eberswalder Straße. Die KulturBrauerei (man schreibt sie wirklich so) wird (nicht nur) in neuesten Reiseführern angeboten als Ort von Kultur, Gastronomie und Events, doch als wir das testen wollten, herrschte eher „tote Hose“. Zuzuschreiben war das vermutlich dem nasskalten Wetter, dem wir zu jener Zeit ausgesetzt waren.


Kalt, windig, aber Gott sei Dank trocken war der Mittwoch. Wir starteten unsere an diesem Tag anstrengenden Unternehmungen kurz nach neun Uhr mit einem Bus der Linie 100. Aus diesem heraus betrachteten wir Sehenswürdigkeiten auf einer Sightseeingtour vom Bahnhof Zoo zum Alexanderplatz. Von da an ging’s zu Fuß: Neptunbrunnen vor der Marienkirche; Nicolai-Viertel; die Spree entlang am Abriss-Objekt Palast der Republik vorbei zum Berliner Dom; zum Aufwärmen in die Alte Nationalgalerie; Neues, Pergamon- und Bode-Museum nur auf einem Lageplan an einer übersichtlich gestalteten Bautafel auf der Museumsinsel; „Unter den Linden“ vorbei am Deutschen historischen Museum, an der Staatsoper mit St. Hedwigs Kathedrale dahinter, an der Humboldt-Universität und am Platz der Bücherverbrennung bis zur Ecke Friedrichstraße; dort wieder Aufwärmen bei Oldtimern und Neuwagen in einem feudalen Auto-Center; auf der Friedrichstraße zum Schiffbauerdamm zu einer einstündigen Spreefahrt.


Der Kapitän freute sich, dass er überhaupt Fahrgäste transportieren durfte;
wir freuten uns, dass er uns einen guten Preis anbot; nur die Bedienung an Bord freute sich nicht, da sie mit uns keinen guten Schnitt machte: nur wenige Berliner Weiße (0,3 l) rot (mit Himbeersirup) oder grün (mit Waldmeister) und kaum Trinkgeld. Diese Spreefahrt, die war lustig, unter anderem deshalb, weil wir erfuhren, dass Honeckers vor dem Abbruch stehender Palast der Republik im Volksmund Erichs Lampenladen genannt wurde, der Friedensengel auf der Siegessäule in der Mitte des Großen Sterns einfach Goldelse (nicht Goldesel!) heißt und ein hochgelegener Fußgängerübergang über die Spree für Abgeordnete und Bedienstete des Deutschen Bundestages als Höhere Beamtenlaufbahn bezeichnet wird. Erwähnt sei hier noch, dass nur die Härtesten es auf Deck des Bootes ausgehalten haben.

Vom Flussschiff aus gingen wir in den Untergrund. Mit der U6 fuhren wir Richtung Alt-Mariendorf bis zur Kochstraße. Von da aus liefen wir wieder zu Fuß: am Museum Checkpoint Charlie (*) und einem originalen Teilstück Berliner Mauer sowie nicht wie geplant am Bundesrat, sondern am Bundesfinanzministerium vorbei zum Potsdamer Platz. Die Besichtigung dieser Ansammlung weltberühmter Bauten mit Daimler-Benz-Areal, Sony-Areal, DB-Zentrale, Kollhoff-Bau und so weiter, dauerte nur kurz. Alle wollten heim und viele abends ins Q-Dorf. Also ab in die Tiefe und hinein in die U2 Richtung Ruhleben bis zum Bahnhof Zoo.
(*) Ausführungen zur Geschichte der Berliner Mauer und deren Überwindung an einem Originalschauplatz wurden dadurch verhindert, dass ein Stretch-Trabi die Aufmerksamkeit der Schüler und dann auch des Lehrers beanspruchte.

Gleich nach dem Frühstück schlenderten wir am Donnerstag nach einer kurzen S-Bahn Fahrt mit einem Zeitungen verkaufenden Obdachlosen im Waggon auf der Allee Unter den Linden von der Friedrichstraße zum Brandenburger Tor. Ein Fototermin davor war günstig, weil wir am Vormittag von Osten kommend das Sonnenlicht auf der richtigen Seite hatten. Seiner historischen Bedeutung gedenkend durchschritten wir unter dem mittleren Bogen das Bauwerk.
Anschließend nahmen wir uns genügend Zeit, das Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas auf uns wirken zu lassen.

Pünktlich um 11 Uhr standen wir – diesmal beide Klassen vereint – vor dem Eingang West des Paul-Löbe-Hauses, um die Eingangskontrollen für den Besuch des Reichstages über uns ergehen zu lassen. Wie oben bereits erwähnt, trafen wir zwar unseren Abgeordneten nicht, dafür aber seine Berliner Sekretärin mit einer Praktikantin, die sich zu unserer Freude als ehemalige Schülerin der Conrad-Graf-Preysing-Realschule zu erkennen gab und Grüße an ihre ehemaligen Lehrkräfte mit nach Plattling schickte.
Einige Zusätze

Als erstes herzlichen Dank an Schulleitung, Sekretariat und sämtliche Kollegen, die vor, während oder nach der Abschlussfahrt zum Gelingen der Reise und zur Nachbereitung beitrugen. Namentlich erwähnt seien hier nur Herr Lermer, der Klassleiter der 10c und seine begleitende Lehrkraft, Frau Haider, sowie besonders meine Begleiterin, Frau Pirgie, die nicht nur Betreuerin des einzigen Mädchens der 10 a war: „Chef“ einer Reisegruppe kann man nur sein, wenn man tatkräftig unterstützt wird.

Dank auch an die Schüler, die das in sie gesetzte Vertrauen voll bestätigten.
24 Schülerinnen und Schüler auf 6 Zimmer über 4 Stockwerke verteilt unter 400 anderen Gästen nachts und unter Tausenden Mitbewohnern einer Weltstadt tagsüber kann man nur dann heil wieder nach Hause bringen, wenn jeder von ihnen genügend Disziplin aufbringt sowie eigenverantwortlich und rücksichtsvoll handelt. Genannt seien hier die Ansprechpartner der einzelnen Gruppen für ihre Zuverlässigkeit sowie namentlich Matthias Schwinger für sein besonderes Engagement.

Dank schließlich an die Eltern und den Elternbeirat, die den Schülern die Teilnahme an der Studienfahrt ermöglichten.

Die einzige bekannt gewordene Übertretung vereinbarter Regeln blieb folgenlos:
Zwei Schüler, die nach einem unerlaubten mitternächtlichen Einkauf aufatmend darüber, nicht erwischt worden zu sein, ihren Mitschülern berichten wollten, standen nämlich der kontrollierenden Lehrkraft in ihrem Zimmer gegenüber. Aus erschrockenem Schweigen entstand gelöste Heiterkeit und die Situation war gerettet.

Ein Nachteil unserer Bahnfahrt gegenüber der Busreise unserer Mitschüler war wohl, dass wir Potsdam und das Schloss Sanssouci nicht gesehen haben.
Vorteile: wir fuhren nicht nur durch blühende Landschaften, teils mit verminderter Geschwindigkeit an kleinen Flussläufen entlang, sondern auch durch Städte, die von den Autobahnen weiträumig umgangen werden.
In Berlin hatten wir außerdem freie Fahrt mit U- und S-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen. Bei Regenwetter hätten wir also „so lange in der Linie 100/200 sitzen können, bis wir die Sightseeing-Tour auswendig gekonnt hätten.“
Mit den Anforderungen „welches Gleis, welche Richtung, welcher Waggon, welche Plätze?“ kamen wir auf Dauer ganz gut zurecht.
Wenn sich nach 12 Stunden Fahrt in 4 Zügen nur eine Bahnsteig-Änderung und insgesamt 12 Minuten Verspätung ergeben, spricht das wohl auch für die DB.

Plattling/Deggendorf, April 2007 Johann Wagner (Klassleiter 10 a)
Links und Downloads

» Übertritt und Aufnahme an die Realschule (Check)
» Bildungswege nach der RS
» Realschulordnung - RSO
» Elternbriefe 2011-2012
» Wahlfächer 2011-2012
» Einkaufsliste (PDF)
» Werbung im Jahresbericht

Bildergalerie

» Englandfahrt 2011
» SMV-Fasching 2011
» Tag d. off.Tür 2010
» Parisfahrt 2009
» Theaterabend Febr. 2008
» Einweihungsfeier Okt 2007
» Neubau v. R. Scharf  2007
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