Schulchronik von 1949 bis 1960
| 1949 | In den Jahren 1949 und 1950 strebte die Stadt Plattling die Verwirklichung mehrerer großer Projekte an. Das neu zu errichtende Flurbereinigungsamt sollte seinen Sitz in Plattling erhalten, über die Bildung eines eigenen Landkreises Plattling wurde gesprochen, und das Schulwesen in Plattling sollte verbessert werden. Man dachte an die Erweiterung der gewerblichen und der landwirtschaftlichen Berufsschule und an einen Schulhausneubau. Das Flurbereinigungsamt kam nach Landau, der Landkreis Plattling wurde nicht genehmigt, nur in der Schulfrage zeichnete sich ein Erfolg ab. In der Stadtratssitzung vom 6. September 1950 machte Bürgermeister Josef Niebauer die Mitteilung, dass die Errichtung einer Mittelschule in Plattling vonseiten der Regierung von Niederbayern in Regensburg in Aussicht gestellt wurde. Die Stadt solle sich entscheiden, ob sie diese neue Schulart haben wolle. |
| 1950 | Der Magistrat beschloss, eine Knaben- und Mädchenmittelschule zu errichten, ein neues Schulhaus für diesen Zweck zu erstellen und Mittel für den erforderlichen Sachbedarf bereitzustellen. Schon in den nächsten Wochen sollte mit dem Schulbetrieb begonnen werden. Als Ende September in den Zeitungen die Namen von etwa 20 Städten in Bayern genannt wurden, welche 1950 bekommen sollten, war jedoch Plattling nicht dabei. Auf Rückfragen beim Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus eröffnete man der Stadt, dass kein Antrag auf Errichtung einer Mittelschule in Plattling vorliege. Der für die Angelegenheit zuständige MdL Maderer habe nichts unternommen. An diesen wandte sich die Stadt nunmehr mit der Bitte, ihr Anliegen zu unterstützen. Schon Ende Oktober wurde bekannt, dass Maderer, der damals Leiter der Deggendorfer Oberrealschule war, sich bereiterklärt habe, die Angelegenheit dem Kultusminister persönlich befürwortend vorzutragen. Im Jahre 1950 ging Plattling zunächst einmal leer aus. |
| 1951 |
Erst in der Stadtratssitzung vom 21. August 1951 teilte Bürgermeister Josef Niebauer mit, dass für die zu erwartende Mittelschule die sogenannte Gutmann-Baracke in der Schulstraße, die als Wärme- und Aufenthaltsstube für Arbeitslose und Flüchtlinge im Winter dienen sollte, hergerichtet werde. Die Verhandlungen der Stadt mit dem Kultusministerium wegen der Genehmigung der Mittelschule stünden kurz vor einem günstigen Abschluss. Am 10. September 1951 verbreitete sich in der Stadt die Nachricht, dass der Landtag die sofortige Errichtung einer Knaben.- und Mädchenmittelschule genehmigt habe. Mit Entschließung vom 17. September 1951 ordnete das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus die sofortige Aufnahme des Unterrichts an. Schon am 17. September 1951 fand die Aufnahmeprüfung für die neue Mittelschule statt. 46 Knaben und 37 Mädchen nahmen daran teil. Der am 20. September in Plattling eingetroffene Direktor Anton Regler, der gemeinsam mit mehreren Lehrkräften der örtlichen Schulen die Prüfungsaufgaben korrigierte, bezeichnete die Ergebnisse als zufriedenstellend. 40 Knaben und 34 Mädchen bestanden die Prüfung. Mit einer schlichten Feier, der Schulgottesdienste in den beiden Kirchen vorausgegangen waren, wurde am Vormittag des 24. September 1951 in den neu hergerichteten Schulräumen in Anwesenheit von Landrat und MdL Heigl, Vertretern der verschiedenen Behörden, der örtlichen Schulleitungen, vieler Eltern und der Mittelschüler die Staatliche Mittelschule für Knaben und Mädchen in Plattling eröffnet. Mit der Genehmigung der Mittelschule war der Stadt zur Auflage gemacht worden, umgehend ein massives, allen Anforderungen des vielfältigen Unterrichts gerecht werdendes Gebäude zu errichten. In seiner Sitzung vom 11. Dezember 1951 genehmigte der Plattlinger Stadtrat den Bau eines neuen Schulgebäudes. |
| 1952 |
Anfang Mai 1952 konnte mit dem Bau begonnen werden. Schon im Juli feierte man das Richtfest, und Ende November zog die Schule in das neue Haus an der Preysingstraße ein. Es war zu jener Zeit eines der modernsten Schulhäuser in Niederbayern und erschien in dieser Beziehung den damals nicht verwöhnten Plattlinger Bürgern als "Schulpalast"! |
| 1953 | Im Schuljahr 1952/53 besuchten schon 158 Schülerinnen und Schüler aus Plattling und Umgebung die neue Mittelschule. Im Jahr darauf konnte die Zahl der Schüler mehr als verdoppelt werden. |
| 1954 | Ende Juli 1954 hatte die junge Schule wieder einen großen Tag. 31 Schülerinnen und 24 Schüler bestanden die Abschlussprüfung. Leider konnte die Entlassung in das Berufsleben nicht in der vorgesehenen feierlichen Form geschehen. Die geplante Schulfeier musste wegen des großen Hochwassers ausfallen. |
| 1956 | Im April 1956 schlugen das Direktorat und der Elternbeirat der Mittelschule in einem Schreiben an den Stadtrat Plattling vor, die bestehende dreiklassige Mittelschule in eine vierklassige umzuwandeln. Einstimmig beschloss das Stadtratskollegium, die Mittelschule zu einem vierklassigen Typ auszubauen. Mit kultusministerieller Entschließung vom Juni 1956 wurde die Umwandlung der Plattlinger Mittelschule von der dreiklassigen in die vierklassige Form genehmigt. Für die vierklassige Variante bestand sofort großes Interesse. 102 Absolventen der 6. Klassen wurden angemeldet, von welchen 37 Knaben und 38 Mädchen die Aufnahmeprüfung bestanden. |
| 1957
1958 |
Während man 1952 der Meinung war, mit dem neuen Schulhaus in der Preysingstraße die Schulraumfrage in Plattling gelöst zu haben, zeichnete sich schon bald ab, dass wieder Schulraumnot bestand. Vor allem die hygienischen Verhältnisse im alten Knabenschulhaus waren unerträglich. In den Jahren 1956 und 1957 gab es im Stadtrat nur noch ein Thema, den Schulhausneubau. Schließlich genehmigte der Stadtrat im Mai 1958 sowohl den Finanzierungs- als auch den Bauplan für ein neues Schulgebäude. Der Bau des neuen Schulhauses begann schon im August 1958. |
| 1959
1960 |
|






















Links und Downloads
